Freitag, 7. November 2008

Was tun...

wenn einem ein unsäglicher 'Gluscht' überkommt nach einem spezifischem Süssgebäck?

Wissend, dass es hier nicht zu kaufen ist, in der Schweiz aber so easy zu erstehen wäre?

Ein 'Gluscht' so schlimm, dass Frau alle anderen Süsswaren verächtlich verschmäht, fast neurotisch wird, und überall nur noch dieses Gebäck halluziniert?

Sie durchwühlt sämtliche selbstangelegten Kochordner. Wissend, dass dieses Rezept mal in einer Gratiszeitung gesehen und rausgetrennt. Fluchend, weil Ordner nach Irgendwas angelegt ist, nur nicht nach seinem Namen (ordnen). Rezept wird nicht gefunden und so macht sie sich hinter all die losen Rezeptblätter, die in und zwischen Kochbüchern auf ihren Einsatz warten oder darauf hoffen, auch mal zwischen einen Locher geklemmt und 'eingeordnet' zu werden.

Rezept endlich gefunden wirft Frau ein jahrzehntealtes Gelöbnis über den Haufen, nötigt Mann sie in die Stadt zu begleiten um eine Fritteuse zu suchen.

Fritteuse wird gefunden, gekauft und vorbereitet.

Teig wird zubereitet, eine Stunde im Kühlschrank gelagert, in fingerdicke Rollen geformt, in 6cm Stücke geschnitten, gebacken und --- da liegen sie, braungebrannt und fein riechend:

SCHENKELI

Im Rezept steht: "Frisch schmecken sie am Besten."

OK. Hau rein amore.

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100gr Butter, 175gr Zucker, 1/4 Teel. Salz, 3 Eier, abgeriebene Schale einer Zitrone, 1 1/2 Essl. Kirsch, 400gr Mehl, 1 Teel. Backpulver. Wer es gerne würzig hat: 2 Teel. Zimt, 2 Teel. Kardamom.

Butter in einer Schüssel weich rühren. Zucker, Salz und Eier beigeben, rühren bis die Masse hell ist. Zitronenschale, Kirsch, Zimt und Kardamom darunter mischen. Mehl und Backpulver dazu sieben. Sorgfältig zu einem weichen Teig zusammenfügen.

Zugedeckt 1h in den Kühlschrank stellen.

Formen: fingerdicke Rollen formen, schräg in 6cm Stücke schneiden.

Frittieren: Öl auf 160° erhitzen. Schenkeli portioneneweise goldbraun backen. Auf Haushaltpapier abtropfen lassen.

Haltbarkeit: in Dosen, kühl aufbewahrt, ca. 2 Wochen. (Wobei sie kaum so alt werden)

Mittwoch, 5. November 2008

Feucht ist es hier

30.Oktober 2008

Seit zwei Wochen habe ich wieder einen Computer und meine Daten und bin mit der weiten Welt verbunden. Denn Ende Juni hat mein geliebter ASUS den Geist aufgegeben und ist beim Starten nach 10 Sekunden lieblichem Schnurren in ewige Ruhe versunken. Der Geschäftstechniker meinte dazu nur ganz trocken: Ja, er ist ja auch schon 4 Jahre alt.

Ich möchte euch gleich mal necken und euch mit der heutigen Morgenstimmung begrüssen, mit der ich heute aufgestanden bin.

6:00h und 22°

aussicht

Während ihr in der Schweiz den ersten Schnee „geniesst“, kämpfe ich hier gegen Grünspan und Schimmel, die sich hier Dank der allgegenwärtigen Feuchtigkeit breit machen.

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An Stricknadeln und Spinnrad.

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Bilder beginnen sich zu rollen. An Innen- und Aussenwänden bilden sich ‚Beulen‘.

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Und jetzt, wo ich am Schreiben bin, ist die Sonne auch schon wieder weg und es wird wohl am Nachmittag regnen.

Regen, Regen und nochmals Regen ist unser momentaner Tagesbegleiter und das schon seit zwei Monaten, denn September und Oktober sind die Hochburgen der Regenzeit. - Silvia, ein Paradies für deine geliebten RegenSpaziergänge. Du müsstest einfach ein Paar dieser löchrigen Plastikzoggeli anziehen, die es in allen Farben zu kaufen gibt, damit das Wasser vorne rein und hinten wieder rauslaufen kann. Denn wir leben hier in den Bergen und so läuft das Wasser den Hang hinunter. Die Strassengräben können längst nicht alles Wasser fassen und so sucht es sich seine eigenen Wege durch Gärten als Wasserfall über Stützmauern oder gleich ins Haus. Kreuz und quer als Bächli über die Strasse oder überschwemmt sie gleich ganz. Die Leute stehen dann an der Bushaltestelle auf den Sitzbänken, um nicht knöcheltief im Wasser zu stehen. -

Ab Mitte November sollte es bessern. Gut so, denn ich habe echt die Nase gestrichen voll. Im Garten kann das Wasser schon längst nicht mehr versickern , der Boden ist ein riesiger, vollgesogener Schwamm und wenn man über den Rasen läuft sammelt sich das
Wasser um den Fuss und man versinkt gleich mal mit einem gurgelnden ‚Pft‘ im Schlamm.

Scheint dann die Sonne, verwandelt sich die ganze Umgebung in eine Sauna und man kann die Feuchtigkeit mit den Händen greifen. Die Strassen und Wiesen dampfen. Die Blechdächer knarren und krosen während sie sich aufheizen. Die Wäsche landet gleich im Trockner, weil sie sonst nicht trocken zu kriegen ist.

Ihr wollt wissen wie sich das anfühlt? Besucht den Masoala Regenwald im Zürcher Zoo.

4. November: Ja, jetzt ist es November und das einzige, was mich an diese Jahreszeit mahnt (denn ich muss immer noch keine Socken anziehen), sind die Weihnachtsdekorationen und –auslagen in den Geschäften, die seit Mitte September zu bestaunen sind ( Foto ist datiert 17.9.08).

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Und heute haben sie in San Jose die WEIHNACHTSBELEUCHTUNG aufgehängt. weihbeleuchtung1

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Alles ein bisschen befremdend, denn die Kälte fehlt zu dieser Stimmung.

So, für den Moment ist mal genug.

Ich grüsse euch alle ganz herzlich.

Dienstag, 29. Juli 2008

Ihr seid zwar....

mir gegenüber 8 Stunden im voraus, aber mit unserem SchweizerNationalfeiertag habe ich die Nase vorn.

Letzten Samstag lud der costarisensische Schweizerverein zur
1. August-Feier ein.



Und so fand sich die RotmitweissemKreuz-Pass-Gilde letzten Samstag auf der KaffeeFinca Klöti im 35 Minuten entfernten Alajuela ein.

Von weitem leuchteten einem schon die roten T-Shirt, Chäppli und Handtäschli entgegen.
Auch das Festzelt war wunderbar schweizerisch dekoriert. Und man konnte sogar die eine und andere Tracht entdecken.


Nach der offiziellen Ansprache von Pascal Couchepin (ab Band) stiessen wir mit dem von der Schweizerbotschaft gespendeten Weisswein auf das Ereignis an.

Kulinarisch gab es Bratwürste und Cervelats vom Grill mit Kartoffelsalat und richtigen Schweizerbrötli (leider schon lätschig, wie jedes Brot hier wenn nicht direkt aus dem Ofen, wegen der Feuchtigkeit).
Das Zelt war erfüllt von lustigem Geplapper auf Schweizerdeutsch, Französisch, Deutsch und Spanisch.

Natürlich wurde auch getanzt.


Und gesungen. Bei Tag und abends um das imposante Höhenfeuer ertönte es Buurebüebli... und Ramseiers wei go Grase... Vo Luzern gege Weggis zue... und natürlich unsere Nationalhymne.

Und auch die eine und andere Rakete fand den Weg in den dunklen Himmel, um ihn mit lautem Knall hell zu erleuchten.

Ein richtiger Schweizeranlass!

Montag, 30. Juni 2008

Nur damit ihr....

nicht denkt, dass wir hier ohne EURO 2008 leben mussten:




Ich weiss, ihr habt lange nichts mehr von mir lesen können. Der Grund dafür ist, dass mein lieber Computer den Geist aufgegeben hat. Ich kann ihn einfach nicht mehr aufstarten. Und hier ein Geschäft zu finden, das sich seiner annehmen kann, erweist sich wohl als ein Ding der Unmöglichkeit.
Zum Glück habe ich eine "Blackbox" mit all meinen Daten drauf. Und so konnte ich jetzt das Wichtigste auf unseren "Notcomputer" laden und ihn so einrichten, dass ich wieder gut online gehen kann.

Eigentlich habe ich jetzt so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiss, wo anfangen.-----
O.K. Ich werde die Ereignisse von jetzt nach hinten (früher) aufrollen. Das ist für mich das einfachste.

Unseren ersten grösseren Ausflug starteten wir letzten Samstag. Wir wollten das dichtbesiedelte Valle Central verlassen und ein bisschen Bergluft schnuppern und in eine angenehme Frische eintauchen.
Denn wir stecken hier in der Regenzeit und das heisst, dass meistens ab 6h die pralle Sonne scheint und sich alles ziemlich schnell erhitzt. Die aufsteigenden Wasserpigmente formieren sich zu Wolken, diese wälzen sich träge und schwer über die Bergkanten, bedecken bis am Nachmittag den Himmel mit einer grauschwarzen Decke und dann entlädt sich alles in einem heftigen Gewitter. Glücklich wer dann schon zu Hause ist, sonst kannst du dich gleich samt den Kleidern zum Trocknen an die Wäscheleine klämmerlen.

Nach einer halben Stunde liessen wir die Aglomeration San José hinter uns und wir schlängelten uns langsam aber stetig der Hügelkette entlang rauf und runter in die Höhe. Und es tat sich uns eine prallgrüne Weite auf in einer sanften, voll kultivierten Hügellandschaft mit seinen kleineren und grösseren Siedlungen.




Und nach einer dieser vielen Windungen sahen wir diesen kleinen Krämerladen und wir mussten unbedingt anhalten.


Diese weissen Klumpen in den Plastiksäcken sind gerollte Käsekugeln. Sie werden nur in dieser Gegend produziert, sind im Biss etwas gummig aber lecker und erinnern mich im Geschmack an Buffalo Mascarpone.






Daneben gab es noch ganz andere hausgemachte (Sch)Leckereien zu entdecken, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen liess.



Dann erreichten wir eine grössere Ortschaft: Zarcero, 1700m ü.M.
Und als wir hier vorbeifuhren,


fabrizierte mein Herzallerliebster fast einen Auffahrunfall, so verdutzt und paralysiert schauten wir alle nach rechts.
Vor der Kirche eröffnete sich uns eine Parkanlage, wie ich noch nie eine gesehen habe. Und schon gar nicht hier in dieser "Weg von allem"- Gegend erwartet hätte.
Riesige Mammutfüsse und Bögen bilden einen imposanten Durchgangsweg rauf zur Kirche. Auf den Wiesenanlagen rechts und links davon tummeln sich lauter mystische, unwirkliche und wirkliche Gestalten und dem Parkrand entlang entdecken wir immer mehr Gesichter und Fratzen, eingefräst in die hohe und hügelige Parkumrandung.
Nein, das Ganze ist nicht in oder aus Stein gemeisselt, sondern prachtvoll aus jahrzehntelang gewachsenen Zypressen kunstvoll geschnitten und geformt worden.
Aber seht selbst.



Wir erfuhren dann später, dass die Ortsväter vor über 40 Jahren beschlossen hatten, den damaligen Fussballplatz in einen schönen Platz zum Verweilen zu verwandeln und so auch eine OrtsAttraktion zu erhalten.
All dies ist das Handwerk des städtischen Gärtners Evangelista Blanco, der seit den 60er- Jahren an seinen Figuren arbeitet. Auch Abwerbeversuche ließen den Stadtgärtner nie seiner Heimat untreu werden.


Auch die Kirche von Zarcero ist ein wahres Bijou. Kein Prunk. Im einfachen Stil. Wunderschöne Bodenplatten und Wand- und Deckenmalereien.




Die Chorfenster sind aus pinkfarbenem Glas und hüllen ihn in ein bezauberndes Licht.


Und vor der Kirche noch dies:

Tja, in diesem Land wird alles mitgenommen, was nicht zehnfach gesichert ist.

Soviel Kunst und Kultur macht natürlich hungrig. Und so gönnten wir uns im

ein feines einheimischesMittagsmahl. Resten? Sicher nicht.

Und stricken liess es sich dort auch richtig gut.


So, und jetzt noch einen dicken Beso Richtung Heimat, bevor ich mich hinter die feine 'crepa de manzana con helado' mache.


Donnerstag, 29. Mai 2008

Von wegen....

regnets viel in Costa Rica! Ununterbrochen!! Seit wir hier sind. Es wuetet Sturm "ALMA", setzt die Suedkueste CRs unter Wasser, sodass die Leute bis Brusthoehe im Wasser stehen. Die Menschen verlieren ihre Haeuser und ihr Hab und Gut. Es wurde der Notstand ausgerufen. Bis Ende Woche keine Besserung in Sicht. Sie sagen das sei das erste Mal, dass CR so getroffen wird. Hier in San Jose ueberlaufen die Parks und Gaerten, ist man mit dem Auto unterwegs muss man hoellisch auf Strassenstellen aufpassen die ueberspuelt sind. Wir koennen mindestens im Trockenen sitzen in unserem Haus. Das ist allerdings noch leer. Haben uns einen Tisch, vier Stuehle und ein Bett gekauft. Dazu Herd, Refrie und Waschmaschine ( Kuechen sind hier ohne Geraete). So laesst es sich schon etwas leben. Wir wissen nicht, wann unser Container freigegeben wird. Die Verzollung entwickelt sich zu einem Saurier. Telefon hat heute den Geist aufgegeben. Internetanschluss haben wir noch nicht. Por dicha haben wir als Mitglieder des hiesigen Tennisclubs Zugang dazu. Ja, was soll ich noch sagen. Pura vida, no?

Mittwoch, 14. Mai 2008

Heute hat....

uns die Nachricht erreicht, dass das Frachtschiff mit unserem Container drauf wohlbehalten in Puerto Limon, Karibische MeeresSeite von CR, angekommen ist.
Mir fällt ein Stein vom Herzen und ich freue mich. Jetzt sind wir wirklich schon mit einem Bein drüben in Costa Rica.
Und bis zum 23. Mai, unserem Abflugsdatum, dauert es nun auch nicht mehr lange.
Deshalb nehmen wohl auch die StimmungsWechselbäder zwischen Vorfreude und mulmigem Bauchgefühl immer mehr zu.

Montag, 12. Mai 2008

Ein toller....

DokuBericht war in der Aargauer Zeitung zu lesen, wie sich das Leben auf einem Frachtschiff so abspielt:

3 Wochen auf hoher See

BIRMENSTORF/NICARAGUA

Andreas Bannwart reiste mit dem Frachtschiff.

Der Atlantik ist der Weg, das Frachtschiff das Mittel und der Zivildienst in Nicaragua das Ziel. Der 26-jährige Andreas Bannwart aus Birmenstorf will mit der dreiwöchigen Schiffsreise seinem Jahr in Nicaragua einen besonderen Rahmen geben und die Distanz zur Schweiz erfahren.


84 Kilogramm Gepäck sind es, die ein Matrose für Andreas Bannwart im Hafen von Antwerpen die etwas klapprige, aber stabile Aussenbord-Treppe hinaufträgt und in die wohnliche Koje bringt. Währenddessen werden im Hafen unter Scheinwerferlicht einige der 192 000 Kisten aus dem mächtigen Schiffsbug der «Horncap» gehievt. Sie enthalten vorwiegend Ananas und Bananen aus Zentralamerika.

SCHIFFSBAR UND TANZMUSIK

Dass auf der Reise die Fracht Vorrang hat, verrät die maximale Anzahl von 12 Passagieren aller Altersklassen. Die Service-Mannschaft ist zuvorkommend um das Wohl der Passagiere besorgt. Viermal täglich ist die Schiffsküche darum besorgt, die Passagiere mit leichter europäischer Kost zu verwöhnen. Für abendliche Gesellschaft bietet die Crew an der Schiffsbar eine grosse Getränkeauswahl zu russischer oder selbst mitgebrachter Tanzmusik, was das gegenseitige Kennenlernen der Passagiere aus Deutschland, England, Frankreich, Österreich und der Schweiz erleichtert. Dort können auch Fragen zu Wilhelm Tell beantwortet werden oder die jüngere Passagiere erklären den älteren das Mobiltelefon, für das es jedoch erst wieder auf dem Festland Verwendung gibt. Für Notfälle steht auf dem Schiff ein Telefon oder eine E-MailAdresse zur Verfügung. Zum Abenteuer wird das Schiffsleben auf dem gut 150 langen und 35 Meter breiten Frachter nach einem kleinen Zwischenhalt im charmanten Hafenstädtchen Honfleur bei Le Havre spätestens mit zunehmendem Wellengang auf dem Atlantik, der sich in den ersten Tagen gleich kräftig zeigt. Badtücher am Boden in der Dusche, das entleerte Nécessaire im Lavabo oder verstreute Bücher in der Bibliothek sind Zeichen nächtlichen Wellengangs. Die Morgendusche wird von der Frage des Wollens zur Frage des Könnens, die Füsse stets im kleinen Wellenbad, das den Abfluss sucht. Nassrasieren wäre glattes Lynchen. Der Weg zum Frühstück gestaltet sich von Wand zu Wand taumelnd. Dass die Stühle am Frühstückstisch aufrecht auf die Passagiere warten, haben sie dem Karabinerhaken zu verdanken, an dem sie verankert sind.

Grössere Rucks lassen die Passagiere kurz verstummen. Sie unterbrechen das Essen, um die Welle quasi zu Ende zu reiten. Rutschfeste Unterlagen hindern das Geschirr beim Buffet daran, das Weite zu suchen. Die Küche tut gut daran, das Essen leicht verträglich, in angepassten Mengen sowie Getränke erst auf Bitte zu servieren. Zum besonderen Abenteuer wird das Tischtennis mit der Crew bei Wellengang. Danach kann man sich auf dem Deck entspannen und den fliegenden Fischen zuzuschauen, die an der Schiffsspitze aus dem Wasser ploppen, um vor dem herannahenden Schiffsbug zu flüchten. Während der Zwischenhalte zum Ein- und Ausladen von Fracht, ist auf den äusserst schicken Inseln Azoren und Guadeloupe sowie auf dem Festland in Cartagena, Kolumbien, für die Passagiere Landgang möglich. Eine einmalige Gelegenheit, diese Orte für einen Tag geführt oder auf eigene Faust zu erkunden. In den Gewässern um Turbo, Kolumbien, werden für die Drogeninspektion praktisch alle Türen versiegelt, um einen Tag später in der Warteschlange im Panama-Kanal auf eine Tankladung zu warten.

VIELE TAGE OHNE LAND

Bereits 24 Stunden später landet das Schiff für einige Tage im Hafen von Puerto Limon in Costa Rica, wo Crew und Passagiere nach knapp drei Wochen Fahrt zum siebenten Mal die Uhr um eine Stunde zurück- stellen. Hier wird die grösste Früchteladung der Reise für Europa gebunkert und ein wesentlicher Teil der Passagiere beendet die Reise. Das Besondere an einer Frachtschiffreise sind die vielen Tage ohne Land in Sicht, die Zeit, die man mit Crew und Passagieren mit unterschiedlichsten Lebensgeschichten und Herkunft teilt, und die Beziehungen, die sich entwickelen. Das hautnahe Erleben der Arbeit auf der Schiffsbrücke und in weiteren Bereichen des Frachtschiff-Alltags ist eine wertvolle Erfahrung. (aba/kru)